In Umsetzung der §§ 5, 7, 8, 13 und 14 der Ordnung zur Prävention sexualisierter Gewalt an Minderjährigen und erwachsenen Schutzbefohlenen der Erzdiözese München und Freising vom 01.09.2014 umfasst die Priesterausbildung des Priesterseminars St. Johannes der Täufer der Erzdiözese München und Freising folgende Maßnahmen:

Bewerbungsphase

  • Zwei Aufnahmegespräche mit Regens und Subregens, in denen besonders die menschliche Reife des Bewerbers im Mittelpunkt steht
  • Bewerber müssen ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis (zu §§ 31 Abs. 2, 30a BZRG) sowie eine Selbstauskunft und Verpflichtungserklärung zur persönlichen Eignung für den Umgang mit Kindern und Jugendliche einreichen
  • ggf. Gespräche beim Kirchlichen Beratungsdienst

Propädeutikum und Studienphase

  • Regelmäßige Gespräche mit Regens und Subregens, in denen der Bereich der menschlichen Reife eine wichtige Rolle spielt. Dazu ggf. Gespräche beim Kirchlichen Beratungsdienst. Dokumentation der Gespräche und Aushändigung der Gesprächsdokumente an den Kandidaten
  • Propädeutikum: Einführung in die Prävention gegen sexuelle Gewalt durch den Diözesanbeauftragten für die Prävention von sexuellem Missbrauch (eine halbtägige Veranstaltung)
  • einmal während der Studienphase: biographische Exerzitien
  • einmal während der Studienphase: Absolvierung des diözesanen e-Learning-Programms zur Prävention
  • 3. und 4. Studiensemester: Seminarkurs Zölibat (Subregens, eine Semesterwochenstunde) mit Einheiten zur sexuellen Orientierung und Identität sowie zum verantwortungsvollen Umgang mit der Sexualität
  • nach dem 3. Studiensemester: sechswöchiges Pfarr- und Jugendseelsorgepraktikum mit Reflexion und Stärkung von Rolle und Seelsorgepersönlichkeit, von personalen und sozialen Kompetenzen
  • nach dem 7. Studiensemester: vierwöchiges Krankenhausseelsorgepraktikum mit Supervision zu Gesprächsführung und klinischer Seelsorge
  • nach dem 9. Studiensemester: sechswöchiges Gemeindeseelsorgepraktikum mit Reflexion von Rolle und Seelsorgepersönlichkeit, von personalen und sozialen Kompetenzen
  • 7. bzw. 9. Studiensemester: Seminarkurs Psychologie zu Identität und Kommunikation (psycholog. Fachdozent, eine Semesterwochenstunde als Blockseminar)

Pastoralausbildung

  • einwöchiger Kurs „Pastorale Gesprächsführung“: Vertiefung von Grundelementen der Gesprächsführung, Reflexion der eigenen Seelsorgepersönlichkeit, Schärfung der Fähigkeit zur Empathie
  • einwöchiger Kurs zur Biographiearbeit, zu Nähe und Distanz im pastoralen Umgang
  • sieben Spiritualstage, verteilt auf zwei Jahre, zu den Themen Beziehung und geistliche Lebensform