Aktuelles aus dem Priesterseminar

von Michael Korell

Geistliches Hauswochenende, flaschenweise

Wenn man sich einen Adventskalender mit verschiedenen Weinflaschen hat schenken lassen, so kann man sich jeden Tag über einen schönen Tropfen freuen. Aber was, wenn dieser Adventskalender zwischen den süßen und spritzigen Rebsorten auch trübe und bittere Flüssigkeiten enthält? Was, wenn das letzte Päckchen nicht am 24. geöffnet werden kann, sondern jeden Tag frisch eine neue Lieferung ankommt?

Auf diese bildliche Art erklärte uns Sr. Dr, Katharina Kluitmann OSF, Theologin, Psychologin und Vorsitzende der Deutschen Ordensobernkonferenz, auf dem geistlichen Hauswochenende, wie es sich mit Gefühlen verhält. Sie sind nun mal da, sie sind vormoralisch und somit nicht verurteilbar. Manches erfüllt uns so sehr, dass es überschäumt, anderes ist so trüb, dass man es lieber in ein Glas gießt und gegen das Licht hält, um es dann schlückchenweise zu verköstigen.

Die Hauskommunität konnte sich, dank der offenen und unkonventionellen Art von Sr. Katharina, damit beschäftigen, was es heißt, sich nicht nur selbst anzunehmen indem man sich kennen lernt und versteht, sondern mit welcher Freude man auf den Menschen blicken kann, der man selbst eigentlich sein könnte. Und mit Christi Hilfe auch werden kann.


von Michael Korell

Bussi an den Rändern

Die ganze Bandbreite des menschlichen Lebens begegnet uns im Seminar immer wieder; dieses Mal war es aber kein hoher Würdenträger, sondern unsere täglichen Essensgäste, die uns zum adventlichen Fest beehrten.

Der Andrang war groß, die Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt, sodass noch eilig Bierbänke aufgestellt werden mussten. In der feierlichen Vesper predigte der Spiritual menschennah von der Stille, in der wir Gott begegnen dürfen und von dem inneren Frieden, den er uns schenkt. Viele waren offensichtlich sehr berührt. Ein Pärchen von der Straße sogar so sehr, wie später einige serbische Herren anmerkten: „Die Bussi in Kirche! Nix Bussi in Kirche!“

Beim gemeinsamen Mahl im Anschluss war die ganze Hauskommunität im Einsatz, während der Subregens das Rindsgulasch auf die Teller lud, zapften einige Getränke, andere wiederum brachten Schokoladenkuchen zu den Gästen.

Viele schöne und angeregte Gespräche durften entstehen; ein Seminarist begegnete gar einer Klassenkameradin aus früheren Schultagen wieder. Zum Schluss, als alle Rosenkränze einer älteren Dame im Weihwasserbecken gewaschen waren und die Besucher wieder weiterzogen, klang der anstrengende aber schöne Abend noch gemütlich im hauseigenen Stüberl aus und bot Raum, zu reflektieren.

Der Abend zeigte eindrücklich, dass Gott keine Ränder kennt, nur wir Menschen. Aber man diese auch ganz einfach ab und an zum Mittelpunkt machen kann.


von Redaktion

Start ins neue Kirchenjahr

Mit einer feierlichen Vesper haben wir das neue Kirchenjahr empfangen, das mit dem heutigen 1. Adventssonntag beginnt. Spiritual Andreas Schmidt segnete Kränze und Kerzen, bevor der alt vertraute Hymnus aufs neue die Kirche erfüllte: “Komm, heilger Schöpfer aller Stern’, erleucht uns, die wir sind so fern, dass wir erkennen Jesus Christ, der für uns Mensch geworden ist.”

Allen Besuchern unserer Homepage, allen Freunden und Wohltätern unseres Hauses und allen, die für uns und mit uns beten, wünschen wir ein gesegnetes neues Kirchenjahr und ein frohes Zugehen auf Weihnachten!


von Dr. Wolfgang Lehner

DAAD-Preis für Flávio Amaral

Jedes Jahr einmal vergibt der Deutsche Akademische Austauschdienst in Zusammenarbeit mit der Ludwig-Maximilians-Universität einen Preis an einen ausländischen Studierenden. Er soll besondere Leistungen und besonderes Engagement würdigen, aber auch zeigen, wie Studierende aus dem Ausland unser Land und unsere Kultur bereichern.

In diesem Jahr ging der Preis an Flávio Amaral, einem Seminaristen unseres Hauses. Verliehen wurde er am 22. November im Rahmen einer kleinen akademischen Feier an der TU München, die ebenfalls einen Preisträger ausgezeichnet hat.

Als „sein“ Priesterseminar freuen wir uns mit Flávio Amaral über diese Ehrung und gratulieren ihm dazu von ganzen Herzen!


von Michael Korell

Die Sicherheit der Krise – oder warum es nicht sinnvoll ist, mit einem Lahmen auf den Schultern das Isartor zu durchqueren

„Alles ist Krise.“ Mit diesem etwas provokanten Zitat bereitete uns Regens Dr. Lehner am Freitag Abend auf das thematische Hauswochenende vor. Die Krise ist allgegenwärtig, die weltweit bekannte „German Angst“ sieht sie unter jedem Stein. Von der Ölkrise der 1970er Jahre über die Euro-Krise bis zur dauerhaften Kirchen-Krise. Niemand in der ganzen Hauskommunität kennt ein Leben ohne das K-Wort. weiterlesen


von Redaktion

Begegnungen mit Maria

Das Gebet des Rosenkranzes zählt nicht zu den ersten Gebetsformen, die man mit der Spiritualität junger Menschen in Verbindung bringt. Und dennoch: Auf die richtige Weise erschlossen, kann er auch für Jugendliche zu einem Raum der Begegnung mit sich selbst und mit Gott werden. Maria hilft uns dabei. weiterlesen


7 Bilder

von Redaktion

Wahl der Haussprecher

In den ersten Tagen und Wochen des neuen Semesters findet sich die Hausgemeinschaft zusammen. Das Gemeinschaftsleben muss sich im Rhythmus von Gebet, Studium und persönlichen Freiräumen einspielen; Neuanfänger und Rückkehrer aus der Externitas müssen sich in die veränderte Kommunität eingewöhnen. weiterlesen


von Redaktion

Semestereröffnung

Nach der vorlesungsfreien Zeit begann am Montag, 16.10.2018, mit einer feierlichen Vesper und einem Eröffnungsabend im Priesterseminar das Wintersemester. Dem Semesterbeginn gingen unmittelbar Exerzitien voraus. weiterlesen