Aktuelles aus dem Priesterseminar

von Michael Korell und Annegret Biallowons

Abschied der Geschäftsführerin – die Karawane zieht weiter

Das Münchner Priesterseminar ist unverkennbar visionär. Und das seit bereits 28 Jahren. Was man im Ordinariat als Neuerung feiert, das ist in der Georgenstraße lange erprobt. Die Geschäftsführerin, dem Regens in Verwaltungsfragen zur Seite gestellt, ist der neuralgische Punkt des alltäglichen Seins eines Bewohners des Priesterseminars. Abrechnungen, Fahrtkosten, Zimmerwechsel, WLAN, ein guter Ratsch und so manches mehr kann man im Büro der Frau Biallowons erhalten. Konnte man. Denn nach fast drei Jahrzehnten, zu deren Beginn der Regens selbst noch frischer Seminarist war, geht sie in Rente. Unfassbar, kaum vorstellbar. Das Faktotum aus Augsburg, zwischen FC Bayern und Kamelen. Alles hat seine Zeit, wie wir wissen, so gibt es auch eine Zeit des Abschiedes. Und wenn der Abschied mit dem Dank zusammenfällt, dann ist das ein Zeichen dafür, dass es gut war.

Bereits zur feierlichen Vesper fand sich die ganze Familie Biallowons ein; beim anschließenden gigantomanischen Buffet um den Grill herum gab es viele verzückte Blicke.

Die Angestellten des Hauses verabschiedeten sich mit einem Geschenk, die beiden Unterkurse drehten einen Film, ebenso die Oberkurse. Aktenzeichen XY wurde persifliert, auf der Suche nach der ungewöhnlichen und beeindruckenden Maiordomus, gipfelnd in der Feststellung, dass man die Rente wohl an sich abschaffen müsse.

Der dritte Akt dieses Lebewohls war die Operette „Bei uns im Priesterseminar“, basierend auf dem Weißen Rössel von Benatzky. Hier glänzte nicht nur das Gesangestalent mancher Bewohner der Georgenstraße, sondern allen voran ein bescheidener Regisseur und Dichter, der seinen Namen auf der Partitur verschwieg, der aber ganz sicher seinen weiblichen Gegenpart im Büro gegenüber missen wird.

Liebe Frau Biallowons, für ihren weiteren Lebensweg wünschen wir ihnen alles Gute und Gottes reichen Segen! Möge er ihnen viele gesunde und glückliche Jahre schenken. Bleiben Sie dem Haus verbunden, viele Generationen von Priestern werden Sie immer in außerordentlich guter Erinnerung behalten.

 

Dankesworte unserer scheidenden Geschäftsführerin:

Es ist an der Zeit – oder was ich noch zu sagen hätte…

Am 15.07.20 wurde ich nach 28 Jahren Dienst im Priesterseminar verabschiedet.

Es war eine bewegende Abschiedsfeier, die coronabedingt nur im engsten Kreis gefeiert wurde. Aber das war wohl auch der Reiz, denn die Feier hätte nicht besser sein können.

Es gab ein perfektes Essen von unserer bewährten Küchencrew, allen voran, der Küchenleitung Monika Rothenbucher, die mir im Laufe der Jahre eine gute Freundin geworden ist.

Die dargebotenen Beiträge hatten Niveau und Stil, waren aufwändig vorbereitet, lustig und traurig zugleich.

Ich kann gar nicht genug danken für all die Mühe, die die Hausleitung, insbesondere unser „Naturtalent“ Regens Dr. Wolfgang Lehner, für diese Feier an Zeit aufgewendet hat. Das „weiße Rössl“ umschreiben, kann sicher nicht jeder.
Die gesungene Hauptrolle von Dir, lieber Bernhard – wir hatten tatsächlich in 28 Jahren keine Meinungsverschiedenheit –, war ein Ohrenschmaus.
Absolut hörenswert waren auch die Beiträge von Spiritual Dr. Andreas Schmidt, Senior Christian Ulbrich, Michael Korell und Subregens Dr. Benjamin Bihl, der sich phantastisch „selbst“ gespielt hat.

„Meine“ Seminaristen haben sogar eine Fernsehsendung gedreht. Mit viel Mühe und Ideenreichtum, ging es in der Sendung „Aktenzeichen XY“ nur um mich.
Es war einfach nur Sch…. schön!

Ich danke allen, die zum Gelingen meiner Abschiedsfeier beigetragen haben, nicht nur für die Geschenke, sondern vor allem auch dafür, dass Sie/Ihr mir in 28 Jahren so ans Herz gewachsen seid!

Vergelt’s Gott – Behüt‘ euch Gott!

Eure/Ihre

Annegret Biallowons

 


von Michael Korell

Neupriesterfest 2020

Das Neupriesterfest ist in jedem Jahr ein besonderes Highlight. Auch in diesem Jahr, mit weit weniger Gästen als üblich, war es ein schöner Abend des Dankes und des Abschieds. Andreas Kolb predigte vom langen Weg, der nun hinter ihnen liegt, der manches Mal steil und steinig war. Aber es gibt immer wieder Wegweiser, die zeigen, dass man auf dem richtigen Pfad ist, der zum Gipfel führt. Dies sind nicht nur besondere Momente, sondern auch ganz konkrete Personen, die den eigenen Lebensweg begleiten und fördern. Jasper Gülden stand der Messe vor als hätte er nie etwas anderes getan.

Zu lange werden die beiden nicht auf dem Gipfel verweilen, der Marsch geht natürlich weiter in ihre jeweiligen Kaplansstellen. Wir wünschen unseren Brüdern von Herzen Gottes Segen und alles Gute für die Zukunft! Mögen die Stiefel immer festen Tritt finden.


von Redaktion

Priesterweihe 2020 in Corona-Zeiten

Am 27. Juni wurde im Münchner Dom die Priesterweihe gefeiert, traditionell am dem Hochfest der Hll. Petrus und Paulus nächstliegenden Samstag. Vermutlich wird diese Priesterweihe als besonders außergewöhnliche in die Geschichte des Erzbistums eingehen. Spärlich gefüllte Kirchenbänke, viel weniger Geistliche als sonst bei einer Priesterweihe im Chorraum und die ständige Präsenz von Mundschutz und Desinfektionsmittel prägen diese Zeremonie von Beginn an. Und doch – oder vielleicht gerade deshalb – ist eine ganz tiefe, feierliche Atmosphäre spürbar. Sind die äußeren Rahmenbedingungen auch noch so eingeschränkt: Dem, was sich hier im Münchner Liebfrauendom ereignet, kann auch das schlimmste Virus nichts anhaben.

Erzbischof Reinhard Kardinal Marx weihte durch Handauflegung und Gebet die beiden Diakone Jasper Gülden und Andreas Kolb, die ihre gesamte Ausbildung im Münchner Priesterseminar absolviert hatten, zu Priestern:

Jasper Gülden (29), in Bonn geboren und in Ulm aufgewachsen ging nach dem Abitur nach München und begann dort ein Studium der Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte, wo er tiefer und neu in den Glauben hineinwächst. 2012 geht Jasper Gülden als Kandidat des Erzbistums nach Passau für das sogenannte Propädeutikum, das grundlegende und studienvorbereitende Jahr vor der Priesterausbildung. 2019 wurde er zum Diakon geweiht. Seine Einsatzgemeinde Pastoralkurs war der  Pfarrverband (PV) Röhrmoos–Hebertshausen. Die erste Kaplansstelle wird er im Pfarrverband (PV) Dachau – St. Jakob antreten. Sein Primizspruch: „Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe.“ (1Kor 13,13)

Andreas Kolb (27), der ebenfalls 2012 ins Priesterseminar eingetreten ist, stammt aus der Pfarrei St. Nikolaus in Mühldorf am Inn und hat den Pastoralkurs im Pfarrverband  Obing absolviert. Auch er wurde im vergangenen Jahr zum Diakon geweiht. Die erste Kaplansstelle wird er im Pfarrverband Partenkirchen–Farchant–Oberau antreten. Als Primizspruch wählte er den Vers aus dem Buch Nehemia: „Die Freude am HERRN ist Eure Stärke“ (Neh 8,10).

In seiner Predigt benannte Kardinal Marx zwei Gefahren des Priestertums. Eine davon sei der Klerikalismus, den er beschreibt als „sich zum Experten zu machen in einer Weise, als hätten wir die Macht über die Wirklichkeit Gottes. Als seien wir jemand Besonderes, Auserwähltes, der über den anderen steht“. Als zweite Gefahr nannte er es, „einfach nicht mehr den Mut zu haben, von Gott zu sprechen und die Überzeugung zu verlieren, dass ihr den Auftrag habt, in diesem Sinne etwas Besonderes zu sein“. Es gehe vielmehr darum, Zeuge für die Liebe Gottes zu den Menschen zu sein. Der Erzbischof rief den Kandidaten zu: „Bleibt in seiner Liebe, bleibt in seiner Treue! Versuchen wir in der Kaft des Hl. Geistes mit Petrus zu antworten: Du weißt alles, Herr, du weißt dass ich dich liebe!“

Wir wünschen unseren Neupriestern Gottes reichen Segen!

(Fotorechte: © 2020 – Robert Kiderle)


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von Redaktion

Bereit für den nächsten Schritt – Admissio 2020

Michael Korell aus Holzkirchen – St. Laurentius ist nun offiziell in den Kreis der Kandidaten für die Zulassung zum Weihesakrament aufgenommen. Die „Admissio“, die er am vergangenen Samstag erhalten hat, ist für ihn die Zulassung zum nächsten Schritt in den Pastoralkurs.

Reinhard Kardinal Marx ist bei seiner Predigt in der mit der Admissio verbundenen Vesper besonders auf die beiden Dimensionen der Psalmen 122 und 130 eingegangen: Die Sehnsucht nach Gott als Motivation für den geistlichen Weg und das „himmlische Jerusalem“ als Bild für das, was uns dort erwartet. Eine priesterliche Berufung kann nur gedeihen, wenn Sehnsucht und Ziel immer wieder erneuert und bekräftigt werden.


von Redaktion

Fronleichnam – Sehnsucht nach Gott

Ob bewusst oder unbewusst, ob ausgesprochen oder unausgeprochen: Wir Menschen haben Sehnsucht nach Gott. Wer das Geschenk der Eucharistie empfangen kann, für den bekommt die Sehnsucht eine greifbare Antwort im Leib Christi. Der Fronleichnamstag feiert diese Gabe des Herrn. weiterlesen


von Regens Dr. Wolfgang Lehner

Vergelt’s Gott! – Zum Abschied der Mallersdorfer Schwestern

Einen bewegenden Abschied haben wir von unseren Mallersdorfer Schwestern genommen: Sr. Christiane Westermaier, Sr. Maturina Lang und Sr. Dr. Irmingard Thalmeier sind ins Mutterhaus nach Mallersdorf zurückgekehrt. Da auch den Mallersdorfer Schwestern der Nachwuchs fehlt, musste die Konrgregation unsere Niederlassung im Münchener Priesterseminar aufgeben.

In seiner Abschiedsansprache dankte Reinhard Kardinal Marx, der auch der Vesper vorgestanden hatte, den Mallersdorfer Schwestern für vielerlei Dienste im Münchener Priesterseminar, das als „seminarium“ die Aufgabe hat, gereifte Persönlichkeiten als Priester heranzubilden. Besonders hob er dabei das „weibliche Element“ hervor, das die Schwestern in eine ansonsten von Männern dominierte Gemeinschaft ganz wesentlich mit eingebracht haben. weiterlesen


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von Bernhard Stürber

Diakonenweihe 2020 in „Corona“-Zeiten

Es waren außergewöhliche Bedingungungen, unter denen am Pfingstsamstag 2020 im Liebfrauendom zu München die Diakonenweihe von fünf Mitbrüdern aus unserem Priesterseminar durch Handauflegung und Gebet unseres Erzbischofs gefeiert wurde: die Corona-Pandemie zwang die Mitfeiernden, hauptsächlich Familien der Weihekandidaten,  nicht nur zur 2m-Abstandsregel und zum Tragen von Schutzmasken, auch die Riten der Weiheliturgie mussten angepasst werden. Der Bischof musste zu den Weihekandidaten auf Abstand gehen, allein bei der konsekratorischen Handauflegung berührte er notwendigerweise die Kandidaten. Und dennoch war es ein großes und schönes Fest für alle, die im Dom dabei waren und für die Vielen aus den Gemeinden und Ausbildungspfarreien der Kandidaten, die die Liturgie am Livestream mitfeiern konnten (Hier der Youtube-Link zur Weihe). weiterlesen


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von Redaktion

Lektoratsbeauftragung 2020

Am Samstag, dem 23. Mai 2020, wurden von Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger während einer feierlichen Vesper zum Vorabend des 7. Sonntags der Osterzeit im Münchner Priesterseminar die beiden Priesteramtskandidaten

Martin Brenninger aus Geisenhausen, Pfarrei St. Martin,

und Christopher Dargel aus Sonthofen, Pfarrei Maria Heimsuchung,

zum Lektorendienst beauftragt. weiterlesen