Gewissheit ist stärker als Sicherheit – Start in das Wintersemester 2026/2027
Nach den eindrucksvollen Tagen in Assisi und Rom beginnt nun der Semesteralltag an der Universität und im Priesterseminar. Vorlesungen und Seminare an der Fakultät, Sprachkurse im Propädeutikum, Seminarkurse und Praktika in Pfarreien und Krankenhaus. Wozu das alles?
Beim Empfang für die neuen Seminaristen vergleicht Reinhard Kardinal Marx die Begriffe „Sicherheit“ und „Gewissheit“ miteinander: Wer im Leben nach Sicherheit sucht, jagt stets dem Gefühl hinterher, dass es anderswo mehr Sicherheit geben könnte als im eigenen Lebensentwurf. So beginnt eine beständige, unruhige Suche nach dem vermeintlich Besseren. Doch wirkliche Sicherheit gibt es nirgends. Gewissheit hingegen ist das sich in Erkenntnis und Empfinden einstellende Bewusstsein: „Hier bin ich richtig, das ist mein Weg.“ Diese Gewissheit will langsam erworben sein – und Kardinal Marx gab den Neuanfängern den Wunsch mit auf den Weg, Schritt für Schritt in diese Gewissheit zu gelangen.
Wozu also die vielen einzelnen Ausbildungselemente? Wozu die Fülle an Diensten, Aufgaben, Vorlesungen, Seminaren und Kursen? Die einzelnen Elemente und Etappen der Ausbildung sollen bei den Kandidaten für die innere und äußere Gewissheit sorgen, auf dem richtigen Weg hin zum Priester zu sein, und wollen so auf eine reife Entscheidung hinführen.
Eine Ausbildungsgemeinschaft von 13 Seminaristen im Seminar und neun Seminaristen außerhalb unseres Hauses sowie einem Studenten im Orientierungsjahr ist nun auf dem Weg in das neue Ausbildungsjahr aufgebrochen; nicht unbedingt Sicherheit, aber zunehmende Gewissheit ist ihr gemeinsames Ziel.