Berge, Wandern und der Glaubensweg
Der Bergsport erfreut sich heutzutage großer Beliebtheit, viele Menschen fühlen sich angezogen von der Schönheit der Berge, diese zu besteigen und den Gipfel zu erklimmen. Auch in der Bibel liest man immer wieder Geschichten, wie Menschen Berge besteigen. Moses, der die zehn Gebote auf dem Berg Sinai empfängt, bis zu Christus, welcher die Menge in der Bergpredigt (Mt. 5-7) lehrt, um nur zwei Beispiele zu nennen. Der Berg ist in der Heilsgeschichte ein Ort, um Gott zu begegnen und seine Stimme zu hören.
Wenn man nun die Wanderer in der heutigen Zeit fragt, warum sie auf einen Berg gehen, wird man vermutlich nicht die Antwort hören, um Gott zu suchen. Und doch findet sich auf den meisten Gipfeln in den Alpen ein Gipfelkreuz, welches meistens das Ziel der Wanderung ist. Aber auch darüber hinaus hat eine Bergwanderung große Ähnlichkeit zum Glaubensweg an sich. Mit festem Ziel begibt man sich auf einen Weg oft mit Mühsal und Anstrengungen, manchmal flach und leicht, ein Andermal steinig und schwer. Auch auf dem Glaubensweg ist das letztendliche Ziel das Kreuz: „Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ (Mt. 10,38) Christus fordert hier uns auf, uns abzumühen: „Geht durch das enge Tor“ (Mt. 7,13), nehmt den schwierigen, den anstrengenden Weg.
Den anstrengenden Weg nimmt auch der Bergsteiger auf sich, wenn er sich aufmacht; ganz instinktiv und ganz freiwillig stellt er sich der Herausforderung. Ja, die Anstrengung gehört zum Bergsteigen dazu, und trotzdem bereitet es vielen Freude. So darf auch die Anstrengung auf unserem Glaubensweg uns Freude bereiten, so wie es auch Jesus uns verheißt: „Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.“ (Mt. 11,29f)