von Robert Sailer

Bericht aus Rosenheim – „Wer glaubt ist nie allein.“

Dass dieser Ausspruch Benedikt XVI. der auch auf meinem Fiat 500 zu finden ist noch einmal so an Relevanz gewinnen würde, habe ich mir auch nicht vorstellen können. Das Gemeindepraktikum hatte normal begonnen. Leben in und mit der Pfarrei war an der Tagesordnung. Doch nach etwa 2 Wochen hatte das Praktikum durch die rapide Ausbreitung des Corona-Virus peu à peu eine neue Richtung bekommen. Die von uns gesetzten Maßnahmen mussten fast täglich neu vor den MitarbeiterInnen und Gläubigen gerechtfertigt werden.

Das Leben in der Stadtteilkirche Rosenheim-Inn sieht zur Zeit etwas anders aus als gewohnt. Die tägliche Eucharistiefeier, die vielen Menschen Kraft und Hoffnung gibt, ist für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. Das rege Zusammenleben und der direkte Austausch von dem die Gemeinschaft in den Pfarreien lebt ist quasi stillgelegt; aber aus gutem Grund: Solidarität und Fürsorge. Die Eindämmung der Ausbreitung des Virus ist oberste Priorität.

Aber von Stillstand kann nicht die Rede sein. Neue Formen des Zusammenhalts treten ins Dasein. So organisiert die Jugend der Stadtteilkirche u.a. einen Einkaufsdienst für Menschen in Risikogruppen. Geistliche Impulse zu Sonntagen werden in den Kirchen ausgelegt. Auch das Telefon und Konferenz-Apps gewinnen eine komplett neue Bedeutung. Viele Gespräche werden über diesen Weg geführt und Seelsorge passiert nun eben dort.

In Team kommen täglich neue Ideen hinzu, wie Seelsorge – bei aller physischen Distanz – trotzdem so nah am Menschen wie möglich geschehen kann.

„Wer glaubt ist nie allein.“

Guter Gott,
wir bitten dich um Mut und
Hoffnung für uns alle:
für die Älteren und Kranken,
die Einsamen und die,
die Angst haben.
Stärke unseren Zusammenhalt in dieser Zeit.
Du bist es, der Wunder Wirklichkeit
werden lassen kann.
Darum bitten wir durch Christus,
unseren Herrn. Amen.