von Dr. Wolfgang Lehner

Vorlesungsfrei, aber nicht faul

Mit dem Ende der Vorlesungen am 8. Februar ist eine sehr intensive Zeit des Zusammenlebens im Seminar vorläufig zu Ende gegangen: Nicht nur die Vorlesungen, Seminare und Übungen an der Universität, auch das Hausprogramm fordert einiges an Zeit und Energie von Seminaristen und Hausleitung. Zwei Montagabende der gemeinsamen Rückschau haben noch einmal deutlich gemacht, was wir als Hausgemeinschaft in einer zugegebenermaßen nicht ganz einfachen Zeit doch alles zustande gebracht haben: Begonnen von der Studienreise nach London über Jugendvespern, Nikolausfeier, Essengästefest und Seminarkurse bis hin zu den „normalen“ Gestaltungen der Gottesdienste war das Programm dicht gefüllt – für eine immer kleiner werdende Hausgemeinschaft eine respektable Leistung.

Die vorlesungsfreie Zeit ändert den Rhythmus: Das dichte Gemeinschaftsleben endet, andere Aufgaben treten in den Vordergrund. Nachdem die Prüfungszeit nun überstanden ist, stehen – je nach Seminarist unterschiedlich – Lateinkurs, Praktika in der Jugend- und in der Gemeindeseelsorge oder bzw. auch und die Abfassung von Seminararbeiten und Magisterarbeit an. Der Wegfall des Universitätsbetriebs hilft dabei, konzentrierter an einer Sache zu bleiben und sich hier zu vertiefen, oder – eben in den Praktika – die eigene Berufung unter anderen Vorzeichen zu klären.

Auch in unserer Kirche hinterlässt ein intensives Semester ihre Spuren: Weihrauch und Kerzenruß lagern sich an den Wänden ab; man sieht unserer Kirche an, dass in ihr gebetet wird. Nach einigen Jahren ist daher wieder ein neuer Anstrich fällig, den unser Hausmeister Karsten Lutz fachmännisch und tatkräftig anbringt. Während der kurzen Renovierungszeit feiern wir unsere Gottesdienste im Meditationsraum; der zur Kirche umgestaltete Raum entfaltet zweifellos seinen ganz eigenen Charme.