von Michael Korell

Liebesgrüße nach Dachau

Nach sieben Jahren nimmt unser Subregens Dr. Benjamin Gnan seinen Hut als Erster Wachoffizier und verlässt das Schiff in der Georgenstraße, dessen treuer und verlässlicher Navigator er war. Manchmal im ruhigen Gewässer, oft auf der stürmischen See der Diskussionen mit den Seminaristen.

Zu seinem Abschied feierte die Hauskommunität zusammen mit allen Angestellten einen festlichen Gottesdienst, in der Dr. Gnan auf vieles einging, was ihn in den letzten Monaten bewegt hatte und er Danke sagte für vieles, was ihm geschenkt worden sei in den vergangenen Jahren.

Bei grandiosem Grillfleisch und erkalteten Erfrischungen begann dann der gemütliche Teil des Abends, gekrönt von einer Nutella-Torte, die die Küchendamen extra selbst gebacken hatten.

Danach begann der Bunte Abend, der zu einer aufrichtigen und dankbaren Liebeserklärung für den Subregens wurde. Einige Alumnen hatten sich, trotz akuter Prüfungsphase, viel Zeit genommen und einen ARD Brennpunkt gedreht, mit dazugehöriger Live Moderation. Statements von der Kanzlerin, Karl Lagerfeld und den Seminaristen wurden abgegeben. Das hochprofessionelle Stück erzählte viel von den Beziehungen, die die Menschen im Priesterseminar zu ihrem Benjamin gepflegt haben, aber auch von dem, was sie von ihm lernen durften.

Zwei Lieder wurden eigens gedichtet, die bei vielen schon zur guten Tradition gehörende Bierorgel wieder gestimmt, und auch der Kapitän des Schiffes, Regens Dr. Lehner ließ es sich nicht nehmen, eine Geschichte zum besten zu geben, die uns in die direkte Beobachterperspektive des Alltags eines ganz speziellen Subregens entführte.

Senior und Consenior überreichten ein Abschiedsgeschenk, einen London-Koffer für zukünftige Reisen in diese Lieblingsstadt des „BG“. Gefüllt war jener mit allerlei Geschenken, etwa einem Tee-Service und einem von allen aus der Hauskommunität gemeinsam gestalteten Buch über einen Menschen, der sie nun lange begleitet hatte.

Der Abend war für viele ein Highlight und wird noch lange in Erinnerung bleiben, soviel ist sicher. So sicher, wie die Erinnerungen vieler Seminaristen an ihren Sub bleiben werden, auch wenn sie schon längst als alte Prälaten in ihren Pfarreien sitzen.

 

GREAT Pilot, whom so many storms have tried,

To see thee quit the helm at last, at last,

And slow descend that vessel’s stately side,

Whilst yet waves surge and skies are overcast,

Wakes wondering memories of that mighty past,

Shaped by a guiding hand,

Strong to direct as strenuous to command.

When yet did a great ship on the great sea

Drop Pilot like to thee?

(Edwin James Milliken, 1890)