von Regens Dr. Lehner

Eröffnung des neuen Semesters

Mit dem Beginn der Vorlesungen an der Katholisch-Theologischen Fakultät startet das neue Semester auch für die Studenten unseres Hauses. Vorlesungen, Seminare und Übungen gehören nun wieder zum universitären Alltag. Auch im Priesterseminar beginnt der Semesterrhythmus aufs neue: Gottesdienste und Gebetszeiten werden wieder intensiver gemeinsam gefeiert, Veranstaltungen und Projekte stehen vor der Tür, jeder übernimmt im Haus Verantwortung für das Gelingen des Lebens der Kommunität.

Eine Figurengruppe aus dem 18. Jahrhundert gibt ein paar geistliche Impulse dazu; sie zeigt Johannes den Täufer, wie er Jesus am Jordan tauft. Die beiden Figuren verkörpern wesentliche Grundhaltungen eines geistlichen Menschen: Johannes schaut, fast im Stil des Evangelisten Johannes, in die Zukunft hinaus; mit klarer Geste und festem Schritt geht er ihr entgegen. In sich versunken nimmt Jesus hingegen die kontemplative Haltung dessen ein, der nicht alles aus eigener Leistung erwartet, sondern die wesentlichen Dinge von Gott her empfängt. Zwei Figuren, die doch nur einer sind: Ähneln sich doch die beiden Gesichter von Johannes und Jesus auf verblüffende Weise.

Ein Mensch, zwei Haltungen, das gilt nun auch für unser neues Semester, für jeden Seminaristen, für jeden in der Ausbildung Verantwortlichen: Zur rechten Zeit die Tage und Stunden zu nutzen, ist das eine, zur rechten Zeit vor Gott still werden und auf ihn hören, ist das andere. Nur beides zusammen kann Grundlage für ein gelingendes Semester sein.