von Korbinian Stegemeyer

Aufbruch – Wallfahrt nach Freising 2018

Auch wenn die Fresken der Gebrüder Asam im Freisinger Dom in Barocker Pracht vom Leben des Heiligen Korbinian, des Patrons unserer Erzdiözese, erzählen, war dieses Leben selbst ein sehr unstetes: Als er von seinem Geburtsort bei Paris nach Freising gekommen ist, bleibt er keinesfalls dort, sondern zieht zwischenzeitlich nach Rom und Norditalien. Diese Unruhe resultierte seinem Biographen Arbeo zufolge aus einem immer neuen Fragen nach dem Willen Gottes: Korbinian ließ sich von seinem ursprünglichen Wunsch nach einem Leben in der Einsamkeit abbringen, um als Bischof den Bewohnern seiner Umgebung das Evangelium nahe zu bringen und scheute dabei auch den Konflikt mit den Machthabern seiner Zeit nicht.

Zum Grab dieses Heiligen machten sich am Montag nach dem Corso-Wochenende die drei neuen Mitglieder der Ausbildungskommunität mit weiteren Seminaristen und der Hausleitung auf den Weg. Am Anfang der Seminarausbildung oder zumindest eines neuen Studienjahres ist es gut, sich das Beispiel Korbinians vor Augen zu führen: Wer Priester werden möchte, kann sein Glück nicht von der Befriedigung aller seiner Wünsche erwarten; er bemüht sich um Vertrauen darauf, dass sein Leben in der Öffnung für den Willen Gottes und die Mitmenschen Erfüllung findet. Wenn wir uns tatsächlich zu Fuß auf den Weg machen, dabei immer wieder das Wort Gottes hören und im Rosenkranz das Leben Jesu betrachten, üben wir uns in eine solche Haltung ein. In der Messe am Grab des Heiligen stand dann das Gebet um Priester für unser Erzbistum im Mittelpunkt. Bitte halten auch Sie Fürbitte, dass der Herr Arbeiter in den Weinberg des Heiligen Korbinian sende!