Präventionsmaßnahmen in der Priesterausbildung der Erzdiözese München und Freising

 (Stand Mai 2017)

In Umsetzung der §§ 5, 7, 8, 13 und 14 der Ordnung zur Prävention sexualisierter Gewalt an Minderjährigen und erwachsenen Schutzbefohlenen der Erzdiözese München und Freising vom 1.09.2014 umfasst die Priesterausbildung des Priesterseminars St. Johannes der Täufer der Erzdiözese München und Freising folgende Maßnahmen:

Bewerbungsphase

  • Zwei Aufnahmegespräche mit Regens und Subregens, in denen besonders die persönliche Reife des Bewerbers im Mittelpunkt steht.
  • Bewerber müssen ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis (zu §§ 31 Abs. 2, 30a BZRG) sowie eine Selbstauskunft und Verpflichtungserklärung zur persönlichen Eignung für den Umgang mit Kindern und Jugendliche einreichen.
  • ggf. Gespräche beim Kirchlichen Beratungsdienst

Propädeutikum und Studienphase

  • Regelmäßige Gespräche mit den Vorstehern, in denen der Bereich der menschlichen Reife eine wichtige Rolle spielt. Dazu ggf. Gespräche beim Kirchlichen Beratungsdienst
  • Propädeutikum: Fortbildung zur Prävention gegen sexuelle Gewalt durch den Diözesanbeauftragten der Diözese Passau für die Prävention von sexuellem Missbrauch (zwei halbtägige Veranstaltungen)
  • einmal während der Studienphase: biographische Exerzitien
  • 1. Studiensemester: Blockseminar für die Prävention von sexuellem Missbrauch (Stiftungsprofessur Moralpsychologie an der LMU München, zwei Semesterwochenstunden; modularisiertes Studium)
  • 3. und 4. Studiensemester: Seminarkurs Zölibat (Subregens, eine Semesterwochenstunde) mit Einheiten zur sexuellen Orientierung und Identität sowie zum verantwortungsvollen Umgang mit der Sexualität
  • sechswöchiges Pfarr- und Jugendseelsorgepraktikum nach dem 3. Studiensemester: Reflexion und Stärkung von Rolle und Seelsorgepersönlichkeit, von personalen und sozialen Kompetenzen
  • 7. Studiensemester: vierwöchiges Krankenhausseelsorgepraktikum mit Supervision zu Gesprächsführung und klinischer Seelsorge
  • sechswöchiges Gemeindeseelsorgepraktikum nach dem 9. Studiensemester: Reflexion von Rolle und Seelsorgepersönlichkeit, von personalen und sozialen Kompetenzen
  • 7. bzw. 9. Studiensemester: Seminarkurs Psychologie zu Identität und Kommunikation (psycholog. Fachdozent, eine Semesterwochenstunde als Blockseminar)

Pastoralausbildung

  • einwöchiger Kurs „Pastorale Gesprächsführung“: Vertiefung von Grundelementen der Gesprächsführung, Reflexion der eigenen Seelsorgepersönlichkeit, Schärfung der Fähigkeit zur Empathie
  • einwöchiger Kurs zur Biographiearbeit, zu Nähe und Distanz im pastoralen Umgang
  • sieben Spiritualstage, verteilt auf zwei Jahre, zu den Themen Beziehung und geistliche Lebensform