Priesterwerden leicht gemacht

Erstes Gespräch mit Interessenten

„Ich habe dich beim Namen gerufen, du gehörst mir.“ (Jes 43,1)
Die geistliche Berufung ist eine persönliche und individuelle Angelegenheit, und sie trifft die einzelnen in sehr unterschiedlichen Situationen. Jederzeit ist daher ein Gespräch zur unverbindlichen Information oder zur grundsätzlichen Klärung möglich, ob und wie eine Perspektive auf den Priesterberuf besteht. Wer interessiert ist, kann jederzeit mit dem Regens einen Termin vereinbaren.

Aufnahmeverfahren

„Prüft alles und behaltet das Gute!“ (1 Thes 5,21)
Wer vorhat, Priester zu werden, ist vom Kirchenrecht her verpflichtet, um Aufnahme ins Priesterseminar zu bitten. Der Zulassung von Seiten des Bischofs geht ein Aufnahmeverfahren voraus, das der Regens durchführt. Ziel des Verfahrens ist die Feststellung, dass kein grundsätzliches Hindernis für den geistlichen Beruf besteht, und eine erste Orientierung, auf welche Ziele hin die Ausbildung als gemeinsames Anliegen zu gestalten ist. Das Aufnahmeverfahren sieht eine Reihe von schriftlichen Unterlagen und zwei Aufnahmegespräche vor.

Erforderliche Unterlagen

  • Aufnahmegesuch, gerichtet an den Erzbischof
  • tabellarischer Lebenslauf
  • ausführlicher handgeschriebener Lebenslauf mit den Motiven für das geistliche Amt
  • Geburtsurkunde (Kopie)
  • Taufschein (aktuell ausgestellt)
  • Abiturzeugnis (und/oder andere Schul- und Berufszeugnisse)
  • Gesundheitszeugnis vom Betriebsarzt des erzbischöflichen Ordinariats München
  • erweitertes behördliches Führungszeugnis (Antragsformular wird vom Priesterseminar ausgestellt)
  • Selbstverpflichtung zum Nachweis der Eignung für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
  • pfarramtliches Zeugnis des Heimatpfarrers (Formular im Priesterseminar erhältlich)
  • ggf. schriftliche Stellungnahme eines Ordensoberen, Bischofs oder Seminaroberen, falls jemand bereits einmal als Priesterkandidat irgendwo angemeldet war
  • Passbild

Im Aufnahmegespräch werden die markanten Stationen der Biographie, insbesondere der Glaubensbiographie, die liturgische und kirchliche Praxis, das theologische Interesse, die Vorstellung vom Priesterberuf, die Bereitschaft zur zölibatären Lebensform, die Finanzierung der Ausbildung, sowie die persönlichen Stärken und Schwächen besprochen, die ein Interessent in die Ausbildung und in den Beruf einbringt.

Falls ein Interessent nicht aus dem Erzbistum München und Freising gebürtig ist bzw. nicht in den letzten Jahren hier gelebt hat, ergeben sich zusätzliche Fragen nach den Motiven für die Bewerbung in München. Bei einer Aufnahme soll das Heimatbistum nicht übergangen werden.

Beginn der Ausbildung

„Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es ein bestimmte Zeit“ (Koh 3,1)
Die Priesterausbildung beginnt jedes Jahr Mitte September, ob mit dem Propädeutikum oder mit einem anderen Einstieg. Ein nachträglicher Einstieg ist nur in Ausnahmefällen möglich. Um Zeit für das Aufnahmeverfahren zu haben, ist eine Anmeldung rechtzeitig vor der Sommerpause, bevorzugt im Juni oder früher, sinnvoll.