Ausbildung zum Priester mit Abitur

Die Priesterausbildung dauert in der Regel sechs Jahre vom Abitur bis zum Ende des Studiums und zwei weitere Jahre im Pastoralkurs bis zur Priesterweihe. Für diesen gesamten Zeitraum ist das Priesterseminar zuständig.

Die Priesterausbildung zielt auf vier Bereiche ab:

  • menschliche Reife
  • theologische Bildung
  • spirituelle Kompetenz
  • praktische Fertigkeiten

Die theologische Bildung wird durch das Studium an der staatlichen theologischen Fakultät an der Universität in München erworben. Für die anderen Bereiche bietet das Priesterseminar den entsprechenden Rahmen an bzw. führt entsprechende Veranstaltungen durch.

Die Ausbildung im Priesterseminar ist grundsätzlich für junge Männer in ihrer ersten akademischen Berufsausbildung konzipiert. Viele Interessenten für den Priesterberuf bringen jedoch andere Voraussetzungen mit, für die es entsprechende Modifikationen des normalen Ausbildungswegs oder alternative Wege gibt. Das Priesterseminar steht jederzeit für eine Beratung zur Verfügung.

Grundlegungsphase
Propädeutisches Jahr Einführung ins geistliche Leben
Soziales Praktikum
Bibelschule im Heiligen Land
Sprachkurse
Aufnahme ins Priesterseminar
1. Studienjahr Leben im Priesterseminar
Modularisiertes Studium Theologie an der LMU München
(evtl. Philosophie an der Hochschule SJ)
Beginn des Studiums
Aufbauphase
2. Studienjahr Leben im Priesterseminar
Modularisiertes Studium Theologie an der LMU München
(evtl. Philosophie an der Hochschule SJ)
Pfarr- und Jugendpraktikum
3. Studienjahr Wohnen in einer anderen Stadt,
bevorzugt im Ausland
Studium an einer fremden Fakultät oder/und
persönlichkeitsbildende Erfahrungen
Externitas
Vertiefungsphase
4. Studienjahr Leben im Priesterseminar
Weiterstudium an der Theol. Fakultät
Praktikum zur Persönlichkeit des Seelsorgers
(Krankenhaus, Beratungsdienst, o.ä.)
5. Studienjahr Leben im Priesterseminar
Weiterstudium an der Theol. Fakultät
Gemeindeseelsorgepraktikum in einer Pfarrei der Erzdiözese
Magister der Theologie
Pastoralkurs
1. Pastoralkurs-
jahr
Leben im Pfarrhaus
Seelsorgliche Arbeit in der Pfarrei
Ausbildung zu Themen der Seelsorge im Priesterseminar
Vorbereitung auf die Diakonenweihe
2. Pastoralkurs-
jahr
Homiletische Ausbildung
Religionspädagogische Ausbildung
Vorbereitung auf die Priesterweihe
Priesterweihe

Alternative Wege

Jemand hat sein Theologiestudium schon teilweise oder ganz absolviert

Es ist zu prüfen, auf welchem Stand der Interessent hinsichtlich seiner geistlichen Formung und seiner praktischen Fertigkeiten ist. In einem Sonderprogramm des Priesterseminars lassen sich diese Ausbildungselemente nachträglich einbringen, evtl. in einem zusätzlichen Praktikumsjahr zwischen Studienabschluss und Pastoralkurs. Die Zulassung zur Priesterweihe bedarf auch eines gewissen Zeitraums, in dem sich einer als Priesteramtskandidat bewährt.

Jemand hat einen Studienabschluss in Theologie für das Lehramt oder einen Magister

Das Diplom in Katholischer Theologie bzw. jetzt der Magister im theologischen Vollstudium ist Voraussetzung für den Priesterberuf. Es ist an der Theologischen Fakultät zu prüfen, welche Studienleistungen noch zu erbringen sind, um das Diplom zu erwerben.

Jemand hat kein Abitur

Die allgemeine Hochschulreife als Voraussetzung für das Theologiestudium kann man auch auf dem „Zweiten Bildungsweg“ erwerben, z.B. im Seminar St. Matthias in Waldram oder über eine Berufsoberschule oder über den Bachelor an einer Fachhochschule.

Wenn jemand ohne Abitur bereits mindestens 25 Jahre alt ist und eine abgeschlossene Berufsausbildung hat, kommt für ihn der sogenannte „Dritte Bildungsweg“, die Ausbildung im Studienhaus St. Lambert in Lantershofen bei Bonn in Frage. Dort erwirbt man als Priesteramtskandidat, der von seiner Heimatdiözese in dieses Haus entsandt wird, einen kirchlichen Abschluss in Theologie, der die Zulassung zur Priesterweihe ermöglicht.

Jemand möchte an einem anderen Studienort als an der Münchener Fakultät studieren

Es gibt interessante Studienmöglichkeiten an auswärtigen Studienorten, z.B. an den Päpstlichen Universitäten in Rom. Grundsätzlich gilt: Zuerst die Aufnahme als Priesteramtskandidat eines Bistums, dann die Absprache über den Studiengang.